Roland Weißmann: Vom ORF-Chef zum Rücktritt 2026

Detlev Morgenroth By Detlev Morgenroth
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Roland Weißmann gehörte mehr als drei Jahrzehnte zum Österreichischen Rundfunk. Vom Reporter im Landesstudio Niederösterreich arbeitete er sich bis an die Spitze des ORF hoch und wurde 2022 Generaldirektor.

Seine Amtszeit sollte ursprünglich bis Ende 2026 dauern. Doch im März 2026 trat Weißmann nach Vorwürfen einer ORF-Mitarbeiterin zurück. Eine spätere Untersuchung stellte keine sexuelle Belästigung im rechtlichen Sinn fest, sah jedoch Verstöße gegen Compliance- und ethische Standards.

Wer ist Roland Weißmann?

Roland Weißmann wurde am 16. März 1968 in Linz geboren. Er ist ein österreichischer Journalist und Medienmanager, dessen berufliche Laufbahn eng mit dem ORF verbunden ist.

Nach der Matura 1986 studierte Weißmann Publizistik und Geschichte in Wien. Zunächst hatte er auch zwei Semester Medizin studiert, bevor er sich für Kommunikation und Journalismus entschied.

Während seiner Studienzeit sammelte er erste Erfahrungen bei verschiedenen österreichischen Medien. 1995 begann schließlich seine lange Karriere beim Österreichischen Rundfunk.

InformationBekannter Stand
NameRoland Weißmann
Geburtsdatum16. März 1968
GeburtsortLinz, Österreich
BerufJournalist und Medienmanager
Beim ORF seit1995
ORF-GeneraldirektorJanuar 2022 bis März 2026
StudiumPublizistik und Geschichte

Wie begann Roland Weißmann seine Karriere beim ORF?

Vom Reporter zu Ö3

Im Februar 1995 begann Roland Weißmann im ORF-Landesstudio Niederösterreich. Dort arbeitete er als Journalist und Reporter für Radio und Fernsehen.

1998 wechselte er zu Ö3 und wurde Chef vom Dienst. Zwei Jahre später ging er in die zentrale Radioinformation des ORF und arbeitete dort als stellvertretender Leiter des Chronik-Ressorts.

Ab 2003 war Weißmann wieder für den ORF Niederösterreich tätig. Dort gehörte unter anderem die journalistische Verantwortung für Nachrichten und das Fernsehangebot zu seinen Aufgaben.

Der Wechsel ins ORF-Management

2010 veränderte sich seine Karriere deutlich. Weißmann wechselte in die Finanzdirektion des ORF und wurde dort Büroleiter.

2012 übernahm er als Chefproducer Verantwortung für wichtige Bereiche des Fernsehbudgets. 2017 wurde er zusätzlich zum stellvertretenden kaufmännischen Direktor ernannt.

2020 wurde Weißmann Geschäftsführer von ORF.at und übernahm die Projektleitung für den geplanten ORF-Player. Damit sammelte er neben journalistischer auch umfangreiche Management- und Digitalerfahrung.

Wie wurde Roland Weißmann ORF-Generaldirektor?

Im Sommer 2021 bewarb sich Roland Weißmann um die Nachfolge des langjährigen Generaldirektors Alexander Wrabetz. Am 10. August 2021 wählte ihn der ORF-Stiftungsrat mit 24 Stimmen zum neuen Generaldirektor.

Seine fünfjährige Funktionsperiode begann am 1. Januar 2022. Sie sollte ursprünglich bis zum 31. Dezember 2026 dauern.

Weißmann kündigte an, den ORF stärker auf die digitale Medienwelt auszurichten. Besonders jüngere Menschen sollten mit neuen Angeboten besser erreicht werden.

Was veränderte Roland Weißmann beim ORF?

ORF ON und die Digitalisierung

Die Digitalisierung gehörte zu den wichtigsten Themen während seiner Amtszeit. Bereits vor seiner Wahl hatte Weißmann am Zukunftsprojekt für einen neuen ORF-Player gearbeitet.

2024 wurde ORF ON zur zentralen Videoplattform des Senders und löste die frühere ORF-TVthek ab. Auch Angebote wie ORF KIDS wurden in dieser Zeit ausgebaut.

Eine weitere wichtige Veränderung war der Multimediale Newsroom am Wiener Küniglberg. Seit Juni 2022 arbeiten dort Redaktionen aus Fernsehen, Radio, Online und sozialen Medien enger zusammen.

Strategie für einen modernen ORF

Weißmann wollte Fernsehen, Radio und digitale Angebote stärker miteinander verbinden. Gleichzeitig musste der ORF in seiner Amtszeit mit wirtschaftlichem Druck und Veränderungen bei seiner Finanzierung umgehen.

Eine bedeutende Entwicklung war die Umstellung von der geräteabhängigen Rundfunkgebühr auf die neue ORF-Haushaltsabgabe.

Warum trat Roland Weißmann 2026 als ORF-Chef zurück?

Im März 2026 wurden Vorwürfe einer ORF-Mitarbeiterin gegen Roland Weißmann öffentlich. Sie bezogen sich auf sein Verhalten ihr gegenüber im Jahr 2022.

Weißmann bestritt die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Am 8. März 2026 legte er dennoch seine Funktion als Generaldirektor zurück. Ingrid Thurnher wurde anschließend zunächst mit der Führung des ORF betraut.

Danach untersuchte die Compliance-Stelle des ORF den Fall gemeinsam mit externen Fachleuten. Das am 8. April veröffentlichte Ergebnis war differenziert.

Der ORF erklärte nach Abschluss der Untersuchung, dass keine sexuelle Belästigung im rechtlichen Sinn festgestellt worden sei. Gleichzeitig sah die Untersuchung Compliance- und ethische Standards verletzt.

Der ORF kündigte daraufhin an, auch Weißmanns Dienstverhältnis zu beenden.

Was sagte Roland Weißmann zu den Vorwürfen?

Roland Weißmann wies die Anschuldigungen zurück. Auch sein Anwalt widersprach der Einschätzung, Weißmann habe Compliance- oder ethische Standards verletzt.

Damit bestehen unterschiedliche Bewertungen des Geschehens. Als gesichert gilt, dass die Untersuchung keine sexuelle Belästigung im rechtlichen Sinn feststellte, gleichzeitig aber Verstöße gegen interne Standards sah.

Für Weißmann bedeutete der Rücktritt das Ende seiner Tätigkeit an der Spitze des Unternehmens, bei dem er seit 1995 gearbeitet hatte.

Roland Weißmann privat: Was ist bekannt?

Über das Privatleben von Roland Weißmann sind deutlich weniger Informationen öffentlich bestätigt als über seine berufliche Laufbahn. Deshalb sollten Angaben zu Partnerschaften oder Familie nicht aus Spekulationen abgeleitet werden.

Bekannt sind dagegen einige seiner sportlichen Interessen. In einem Interview mit ORF Niederösterreich berichtete Weißmann über Karate, Boxen und regelmäßiges Laufen.

Er erklärte damals, mehrere Male pro Woche zu laufen. Auch Marathonläufe gehörten zu seinen sportlichen Erfahrungen.

Mehr lesen: Armin Wolf: Alter, Karriere, Familie und ZiB 2

Häufig gestellte Fragen zu Roland Weißmann

Wie alt ist Roland Weißmann?

Roland Weißmann wurde am 16. März 1968 geboren. Im Jahr 2026 ist er 58 Jahre alt.

Wie lange war Roland Weißmann ORF-Generaldirektor?

Er trat sein Amt am 1. Januar 2022 an und legte die Funktion am 8. März 2026 zurück.

Warum ist Roland Weißmann zurückgetreten?

Der Rücktritt erfolgte nach Vorwürfen einer ORF-Mitarbeiterin. Weißmann bestritt die Vorwürfe. Eine spätere Untersuchung stellte keine sexuelle Belästigung im rechtlichen Sinn fest, sah jedoch Verstöße gegen Compliance- und ethische Standards.

Was machte Roland Weißmann vor seiner Zeit als ORF-Chef?

Er arbeitete unter anderem als Journalist, Chef vom Dienst bei Ö3, stellvertretender Chefredakteur, Chefproducer, Vize-Finanzdirektor und Geschäftsführer von ORF.at.

Was macht Roland Weißmann heute?

Nach seinem Rücktritt im März 2026 endete auch sein weiteres Dienstverhältnis beim ORF. Eine neue dauerhaft bestätigte öffentliche Funktion ist derzeit nicht bekannt.

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