Das Radio bot ihr andere Möglichkeiten als das Fernsehen. Bilder, Kleidung oder äußere Eindrücke spielten keine zentrale Rolle. Die Stimme, die Sprache und der Inhalt des Gesprächs rückten stärker in den Vordergrund.
Im Radio konnten komplexe Gedanken außerdem über einen längeren Zeitraum entwickelt werden. Diese Form entsprach Schmidtkunz’ Interesse an ausführlichen, sorgfältig vorbereiteten Gesprächen und führte schließlich zu ihrer wichtigsten Sendereihe.
Renata Schmidtkunz und „Im Gespräch“
Wann begann Renata Schmidtkunz bei „Im Gespräch“?
Ihr erstes Interview für die Ö1-Sendung „Im Gespräch“ führte Renata Schmidtkunz im März 1999 mit dem britischen Schauspieler, Autor und Regisseur Peter Ustinov. Zu dieser Zeit wurde die Sendereihe von Peter Huemer geleitet.
In den folgenden Jahren wurde Schmidtkunz regelmäßig als Gesprächsleiterin eingesetzt. Ende 2013 übernahm sie schließlich die Leitung und Hauptmoderation der Reihe. Bis Ende 2025 blieb sie für das Format verantwortlich.
Über ihre gesamte Zeit bei der Sendung führte sie nach Angaben von Ö1 rund 700 Interviews. Die Gespräche behandelten Bücher, wissenschaftliche Erkenntnisse, politische Entwicklungen, persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Konflikte.
Was machte ihren Interviewstil besonders?
Renata Schmidtkunz bereitete sich gründlich auf ihre Gäste vor. Sie las Bücher, beschäftigte sich mit früheren Interviews und versuchte, die berufliche sowie gesellschaftliche Bedeutung einer Person zu verstehen.
Während des Interviews hielt sie jedoch nicht starr an einem Fragenkatalog fest. Sie hörte aufmerksam zu und griff Gedanken auf, die sich erst im Gespräch entwickelten. Dadurch konnten unerwartete Themen entstehen.
Renata Schmidtkunz im Überblick
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Vollständiger Name | Renata Schmidtkunz |
| Geburtsjahr | 1964 |
| Geburtsort | Hattingen an der Ruhr, Deutschland |
| Nationaler Bezug | Deutschland und Österreich |
| Ausbildung | Evangelische Theologie |
| Berufe | Journalistin, Moderatorin, Filmemacherin und Vortragende |
| ORF-Laufbahn | 1990 bis Ende 2025 |
| Bekannteste Radiosendung | „Im Gespräch“ auf Ö1 |
| Weitere Formate | „Club 2“, „Radiokolleg“, „Die Box“ und „Religionen der Welt“ |
| Bekannter Dokumentarfilm | „Das Weiterleben der Ruth Klüger“ |
| Bekanntes Buch | „Himmlisch frei“ |
| Zentrale Themen | Kultur, Religion, Politik, Philosophie, Geschichte und Menschenrechte |
„Jedes Gespräch ist eine Herausforderung.“
Dieser kurze Satz beschreibt ihre Haltung treffend. Ein Gespräch war für sie keine einfache Abfolge aus Frage und Antwort. Es war eine Begegnung, bei der beide Seiten aufmerksam, offen und bereit zum Nachdenken sein mussten.
Ihre Interviews waren außerdem häufig stärker an einem Thema als an einer vollständigen Lebensgeschichte ausgerichtet. Die Biografie des Gastes bildete den Hintergrund, doch im Mittelpunkt standen größere Fragen, die auch für das Publikum wichtig waren.
Welche bekannten Gäste interviewte Renata Schmidtkunz?
Neben prominenten Persönlichkeiten lud sie auch Menschen ein, die in klassischen Medien nur selten ausführlich zu Wort kommen. Das konnte eine Bergbäuerin aus Kärnten ebenso sein wie ein Handwerker aus Berlin.
Diese Auswahl zeigte, dass Wissen und Lebenserfahrung nicht nur an Berühmtheit oder akademische Titel gebunden sind. Auch ein Mensch ohne öffentliche Bekanntheit kann wichtige Einblicke in Arbeit, Gesellschaft oder persönliche Verantwortung geben.
Warum verließ Renata Schmidtkunz den ORF?
Ende 2025 beendete Renata Schmidtkunz ihre Tätigkeit beim ORF und ging in den Ruhestand. Ihre letzte Ausgabe von „Im Gespräch“ wurde am 7. November 2025 ausgestrahlt. Dabei wurden die Rollen vertauscht: Schmidtkunz war nicht die Interviewerin, sondern selbst der Gast von Andreas Obrecht.
Ihr Abschied sorgte auch deshalb für Aufmerksamkeit, weil sie später die Abschiedskultur und den Umgang des ORF mit erfahrenen Mitarbeiterinnen kritisierte. Gleichzeitig betonte sie, dass öffentlich-rechtlicher Rundfunk für die Demokratie wichtig sei und unabhängiger Journalismus geschützt werden müsse.
Das Ende ihrer ORF-Laufbahn bedeutete jedoch nicht das Ende ihrer journalistischen Arbeit. Sie führt weiterhin Gespräche, moderiert Veranstaltungen, hält Vorträge und veröffentlicht eigene Produktionen.
Filme, Bücher und weitere Werke von Renata Schmidtkunz
Die Dokumentarfilme von Renata Schmidtkunz
Neben ihrer Arbeit als Moderatorin war Renata Schmidtkunz über viele Jahre als Dokumentarfilmerin tätig. Ihre Filme beschäftigen sich häufig mit Menschen, deren Leben durch politische Ereignisse, Religion oder gesellschaftliche Konflikte geprägt wurde.
Zu ihren bekannten Produktionen gehören Dokumentationen über Ruth Klüger, Amos Oz, Teddy Kollek, den Prager Frühling, das Frauenwahlrecht und religiöse Fragen. Zwischen 1992 und 2012 gestaltete sie mehr als 40 Fernsehfilme und Beiträge.
Ihre Filme erzählen Geschichte meist aus der Sicht einzelner Menschen. Dadurch werden große politische Ereignisse verständlicher. Zuschauerinnen und Zuschauer erfahren nicht nur, was geschehen ist, sondern auch, wie Betroffene diese Ereignisse erlebt haben.
„Das Weiterleben der Ruth Klüger“
Eines der bekanntesten Werke von Renata Schmidtkunz ist der Dokumentarfilm „Das Weiterleben der Ruth Klüger“. Ruth Klüger war eine österreichisch-amerikanische Literaturwissenschaftlerin, Schriftstellerin und Überlebende des Holocaust.
Schmidtkunz begleitete Ruth Klüger drei Jahre lang mit der Kamera. Gemeinsam reisten sie zu Orten, die mit Klügers Erinnerungen und ihrem späteren Leben verbunden waren. Der zwischen 2008 und 2011 entstandene Film wurde am 30. Oktober 2011 bei der Viennale in Wien uraufgeführt.
Der Film behandelt nicht nur die Verfolgung während der Zeit des Nationalsozialismus. Er zeigt auch, wie Ruth Klüger nach diesen Erfahrungen ein selbstbestimmtes Leben aufbaute. Damit richtet sich der Blick nicht allein auf die Opferrolle, sondern ebenso auf Freiheit, Bildung, Stärke und das Weiterleben.
Dieses Vorgehen ist typisch für die Arbeit von Renata Schmidtkunz. Sie reduziert Menschen nicht auf ein einzelnes Ereignis. Stattdessen zeigt sie deren Widersprüche, Entscheidungen und weitere Entwicklung.
Welche Bücher schrieb Renata Schmidtkunz?
Renata Schmidtkunz veröffentlichte mehrere Gespräche in Buchform. Zu ihren Gesprächspartnern in diesen Veröffentlichungen gehörten Ruth Klüger, Peter Ustinov und der israelische Friedensaktivist Uri Avnery.
2019 erschien ihr Buch „Himmlisch frei: Warum wir wieder mehr Transzendenz brauchen“. Darin beschäftigt sie sich mit der Frage, was Menschen Halt, Freiheit und Widerstandskraft geben kann.
Transzendenz wird dabei nicht nur als religiöser oder kirchlicher Begriff verstanden. Gemeint ist auch die Fähigkeit, über den eigenen Alltag und die persönlichen Interessen hinauszudenken. Natur, Kunst, Liebe, Gemeinschaft oder politisches Engagement können Erfahrungen ermöglichen, die Menschen mit etwas Größerem verbinden.
Radiofeatures, Vorträge und gesellschaftliches Engagement
Neben ihren Interviews und Filmen gestaltete Renata Schmidtkunz zahlreiche Radiofeatures. Darin beschäftigte sie sich unter anderem mit Martin Luther King, Heinrich Heine, dem Verhältnis zwischen Staat und Religion sowie Fragen von Antisemitismus und Islamfeindlichkeit.
Auch außerhalb des ORF engagierte sie sich in kulturellen und gesellschaftlichen Einrichtungen. Dazu gehörten Tätigkeiten im Umfeld des Jüdischen Filmfestivals Wien sowie Vorträge für Schulen, Kirchen, Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen und Kulturinstitutionen.
Ihre verschiedenen Tätigkeiten ergeben ein zusammenhängendes Gesamtbild. Ob Radiointerview, Dokumentarfilm, Vortrag oder Buch: Im Mittelpunkt stehen meist Menschenrechte, gesellschaftliche Verantwortung und die Frage, wie ein friedliches Zusammenleben möglich ist.
Auszeichnungen und Bedeutung von Renata Schmidtkunz
Welche Preise erhielt Renata Schmidtkunz?
Für ihre journalistische und gesellschaftliche Arbeit wurde Renata Schmidtkunz mehrfach ausgezeichnet.
| Jahr | Auszeichnung |
|---|---|
| 1999 | Spezialpreis der Romy-Jury |
| 2011 | Frauenring-Preis des Österreichischen Frauenrings |
| 2012 | Preis der Stadt Wien für Publizistik |
| 2014 | Axel-Corti-Preis |
| 2020 | Radiopreis der Erwachsenenbildung |
| 2025 | Silbernes Ehrenzeichen der Republik Österreich |
| 2026 | Radiopreis der Österreichischen Erwachsenenbildung |
Zu den bedeutendsten Ehrungen gehört der Axel-Corti-Preis, den sie 2014 für besondere Leistungen in Radio und Fernsehen erhielt. Der Frauenring-Preis würdigte ihr Engagement für feministische Anliegen.
Am 10. November 2025 wurde Renata Schmidtkunz mit dem Silbernen Ehrenzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet. Damit wurden ihre Verdienste um den österreichischen Journalismus gewürdigt.
Im Januar 2026 erhielt sie außerdem einen Radiopreis der Österreichischen Erwachsenenbildung. Ausgezeichnet wurde ihr Gespräch mit der UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese in der Kategorie „Menschenrechte und Gesellschaft“.
Ihr Einfluss auf den österreichischen Journalismus
Die Bedeutung von Renata Schmidtkunz liegt nicht allein in der Zahl ihrer Sendungen. Wichtig ist vor allem ihre Vorstellung davon, was ein journalistisches Gespräch leisten soll.
Sie gab ihren Gästen Zeit, Gedanken zu erklären und Zusammenhänge herzustellen. Dabei konnte sie respektvoll zuhören und trotzdem kritisch nachfragen. Diese Verbindung ist im Journalismus nicht immer einfach.
Ihre Arbeit steht damit für eine langsamere Form des Journalismus. Sie setzt darauf, dass das Publikum auch längeren und anspruchsvolleren Gesprächen folgen möchte. Schmidtkunz erklärte 2026, dass viele Hörerinnen und Hörer Sendungen bis zum Ende verfolgten oder mehrfach anhörten, weil sie mitdenken wollten.
Feminismus, Menschenrechte und Erinnerungskultur
Frauenrechte bilden einen wichtigen Teil ihrer Arbeit. Renata Schmidtkunz setzte sich wiederholt mit der Stellung von Frauen in Medien, Religion und Gesellschaft auseinander. Auch ihre Dokumentation über 90 Jahre Frauenwahlrecht gehört in diesen Bereich.
Menschenrechte und Völkerrecht sind weitere zentrale Themen. Sie vertritt die Auffassung, dass journalistische Neutralität nicht bedeuten sollte, Menschenrechtsverletzungen ohne klare Einordnung darzustellen. Diese Haltung brachte ihr Anerkennung, führte aber gelegentlich auch zu öffentlichen Diskussionen.
Besonders wichtig ist außerdem ihre Arbeit zur Erinnerungskultur. Durch Filme und Gespräche über den Holocaust, Nationalsozialismus und politische Verfolgung zeigt sie, warum historische Erinnerung für heutige Demokratien notwendig bleibt.
Renata Schmidtkunz privat und heute
Ist Renata Schmidtkunz verheiratet?
Über einen Ehemann oder einen aktuellen Partner von Renata Schmidtkunz liegen keine verlässlich bestätigten öffentlichen Informationen vor. Ihre offiziellen Biografien konzentrieren sich fast vollständig auf ihre Ausbildung, ihre journalistische Karriere und ihre gesellschaftliche Arbeit.
Deshalb sollten Angaben über eine mögliche Beziehung nicht aus Gerüchten oder wenig zuverlässigen Webseiten übernommen werden. Renata Schmidtkunz gehört zu den öffentlichen Personen, die ihre beruflichen Positionen deutlich vertreten, ihr persönliches Beziehungsleben aber weitgehend schützen.
Auch weitere private Einzelheiten sind nur begrenzt öffentlich dokumentiert. Für ihre Bekanntheit sind diese Fragen ohnehin nicht entscheidend. Ihr öffentliches Ansehen beruht auf ihrer journalistischen Arbeit, ihren Filmen und ihrer besonderen Gesprächsführung.
Was macht Renata Schmidtkunz heute?
Nach ihrem ORF-Abschied arbeitet Renata Schmidtkunz weiterhin als Journalistin, Moderatorin und Vortragende. Auf ihrer eigenen Plattform veröffentlicht sie Gespräche und informiert über aktuelle Veranstaltungen, Vorträge und Projekte.
Im Jahr 2026 führte sie unter anderem Gespräche zu Frieden, Politik und internationaler Verständigung. Zudem hielt sie Vorträge über unabhängige Medien, Demokratie und Erinnerungskultur. Ihre Arbeit bleibt damit eng mit den Themen verbunden, die bereits ihre ORF-Karriere geprägt hatten.
Sie nutzt dabei zunehmend eigene digitale Angebote. Gespräche können über ihre Webseite oder als Podcast gehört werden. Dadurch führt sie das ausführliche Interview auch außerhalb des klassischen Rundfunks weiter.
Welches Vermächtnis hinterlässt Renata Schmidtkunz?
Renata Schmidtkunz steht für einen Journalismus, der sich Zeit nimmt. Ihre Interviews zeigen, dass gute Gespräche nicht nur aus Fragen bestehen. Sie benötigen gründliche Recherche, echtes Zuhören und die Bereitschaft, eine Antwort nicht vorschnell zu bewerten.
Sie verbindet theologisches Wissen mit journalistischer Neugier. Gleichzeitig zeigt sie, dass Themen wie Religion, Geschichte oder Philosophie nicht trocken sein müssen. Wenn sie über konkrete Menschen und Erfahrungen erzählt werden, können sie für ein breites Publikum verständlich werden.
Ein wichtiger Teil ihres Vermächtnisses ist deshalb die Kunst des Zuhörens. In einer Medienwelt voller kurzer Videos, schneller Schlagzeilen und zugespitzter Aussagen erinnert ihre Arbeit daran, dass echtes Verstehen Geduld braucht.
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Fazit
Renata Schmidtkunz ist Journalistin, Theologin, Moderatorin und Filmemacherin. Von 1990 bis Ende 2025 arbeitete sie für den ORF und prägte dort zahlreiche religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Formate. Besonders bekannt wurde sie durch die Ö1-Reihe „Im Gespräch“, für die sie seit 1999 rund 700 ausführliche Interviews führte.
Ihre Arbeit verbindet persönliche Lebensgeschichten mit größeren Fragen über Politik, Religion, Geschichte, Frieden und Menschenrechte. Auch nach ihrem ORF-Abschied bleibt Renata Schmidtkunz öffentlich aktiv. Mit neuen Gesprächen, Podcasts, Vorträgen und Moderationen setzt sie ihre Form des sorgfältigen und unabhängigen Journalismus fort.
Häufig gestellte Fragen zu Renata Schmidtkunz
1. Wer ist Renata Schmidtkunz?
Renata Schmidtkunz ist eine Journalistin, Moderatorin, Filmemacherin, Autorin und evangelische Theologin. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre langjährige Arbeit für den ORF und die Ö1-Sendung „Im Gespräch“.
2. Wann und wo wurde Renata Schmidtkunz geboren?
Renata Schmidtkunz wurde 1964 in Hattingen an der Ruhr in Deutschland geboren. Im Kindesalter zog sie mit ihrer Familie nach Österreich, wo sie später ihre journalistische Karriere begann.
3. Welche Sendungen moderierte Renata Schmidtkunz?
Zu ihren bekannten Sendungen gehören „Im Gespräch“, „Club 2“, „Radiokolleg“ und „Die Box“. Außerdem arbeitete sie an verschiedenen Religions-, Kultur- und Dokumentationsformaten des ORF mit.
4. Welche Bücher und Filme veröffentlichte Renata Schmidtkunz?
Zu ihren bekanntesten Werken gehören das Buch „Himmlisch frei“ und der Dokumentarfilm „Das Weiterleben der Ruth Klüger“. Zudem veröffentlichte sie mehrere Interviews und Gespräche in Buchform.
5. Was macht Renata Schmidtkunz heute?
Nach ihrem Abschied vom ORF arbeitet Renata Schmidtkunz weiterhin als selbstständige Journalistin, Moderatorin und Vortragende. Sie führt Gespräche, veröffentlicht Beiträge und nimmt an kulturellen sowie gesellschaftlichen Veranstaltungen teil.