Herbert Schweiger: Leben, Politik und Hintergrund

Detlev Morgenroth By Detlev Morgenroth
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Herbert Schweiger war ein österreichischer politischer Aktivist und Publizist, der vor allem wegen seiner Rolle in rechtsextremen und neonazistischen Kreisen bekannt wurde. Er wurde am 22. Februar 1924 in Spital am Semmering in der Steiermark geboren und starb am 5. Juli 2011 im Alter von 87 Jahren.

Bereits während des Zweiten Weltkriegs gehörte Schweiger der Waffen-SS an. Nach 1945 war er in verschiedenen politischen Organisationen aktiv und trat über viele Jahrzehnte als Redner und Autor in rechtsextremen Kreisen auf. Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes beschreibt ihn als eine zentrale Figur der rechtsextremen und neonazistischen Szene in Österreich und Deutschland.

Wer war Herbert Schweiger?

Herbert Schweiger stammte aus der Steiermark und wuchs in einer Zeit auf, in der Österreich und Deutschland von starken politischen Veränderungen geprägt waren. Nach Angaben des DÖW war er bereits vor 1945 Mitglied der Hitlerjugend und übernahm dort eine Führungsfunktion.

Sein Name taucht heute vor allem in historischen Arbeiten über Rechtsextremismus in Österreich auf. Seine Bedeutung ergibt sich dabei nicht nur aus seiner Vergangenheit in der Waffen-SS, sondern besonders aus seinen politischen und publizistischen Aktivitäten nach dem Zweiten Weltkrieg.

InformationAngabe
NameHerbert Schweiger
Geboren22. Februar 1924
GeburtsortSpital am Semmering, Österreich
NationalitätÖsterreichisch
Bekannt alsPolitischer Aktivist und Publizist
Waffen-SSMitglied ab 1941
Gestorben5. Juli 2011

Herbert Schweiger und die Waffen-SS

1941 meldete sich Herbert Schweiger nach Angaben des DÖW freiwillig zur Waffen-SS. Er diente bei der 1. SS-Panzerdivision „Leibstandarte SS Adolf Hitler“ und war dort als Pionier tätig. Außerdem besuchte er eine SS-Junkerschule.

1943 wurde Schweiger zum SS-Untersturmführer befördert. Die Waffen-SS war ein militärischer Teil der SS und eng mit dem nationalsozialistischen Herrschaftssystem verbunden.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs geriet Schweiger laut ORF in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Später kehrte er nach Österreich zurück.

Politische Aktivitäten von Herbert Schweiger nach 1945

Nach dem Krieg begann Schweiger erneut, sich politisch zu betätigen. 1949 gehörte er laut DÖW zu den Gründungsmitgliedern des Verbandes der Unabhängigen (VdU). Der VdU war eine politische Organisation, aus der später die FPÖ hervorging. 1953 wurde Schweiger Landesobmann des VdU in der Steiermark.

1956 trat er als FPÖ-Spitzenkandidat in Graz an. Später entfernte er sich wieder von der Partei und engagierte sich in anderen nationalistischen und rechtsextremen Organisationen.

Zu seinen späteren Aktivitäten gehörte die Beteiligung am steirischen Landesverband der Nationaldemokratischen Partei (NDP). Die österreichische NDP wurde 1988 vom Verfassungsgerichtshof wegen ihrer nationalsozialistischen Ausrichtung aufgelöst.

Herbert Schweiger als Publizist und Autor

Neben seiner politischen Tätigkeit veröffentlichte Herbert Schweiger mehrere Bücher und Texte. Darin beschäftigte er sich unter anderem mit Nationalismus, Gesellschaft, Geschichte und politischen Vorstellungen.

Bekannte Veröffentlichungen sind unter anderem:

  • Evolution und Wissen – Neuordnung der Politik
  • Deutschlands neue Idee
  • Wahre Dein Antlitz
  • Weltpolitik und die Zukunft des Deutschen Volkes
  • Mythos Waffen-SS

Seine Schriften sind historisch nicht als neutrale wissenschaftliche Arbeiten einzuordnen. Das DÖW beschreibt Schweiger vielmehr als einen Ideologen der rechtsextremen Szene und dokumentiert seine langjährigen Kontakte zu entsprechenden Organisationen in Österreich und Deutschland.

Gerichtsverfahren gegen Herbert Schweiger

Herbert Schweiger wurde mehrfach wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung nach dem österreichischen Verbotsgesetz verurteilt.

1990 erhielt er nach einem Verfahren vor einem Grazer Geschworenengericht eine teilweise bedingte Strafe. Im Zusammenhang mit seinem Buch Evolution und Wissen – Neuordnung der Politik kam es in den 1990er-Jahren erneut zu einem Verfahren und einer weiteren Verurteilung.

2009 verurteilte ihn das Landesgericht Klagenfurt zunächst zu zwei Jahren unbedingter Haft. Im April 2010 änderte das Oberlandesgericht Graz das Urteil auf 21 Monate teilbedingte Haft, davon sieben Monate unbedingt.

Bedeutung in der rechtsextremen Szene

Herbert Schweiger blieb bis ins hohe Alter politisch aktiv. Er trat bei Veranstaltungen rechtsextremer Gruppen auf und unterhielt Kontakte zu Personen und Organisationen in Österreich und Deutschland.

Das DÖW bezeichnete ihn als eine zentrale beziehungsweise einflussreiche Figur dieser Szene. Auch der ORF Steiermark berichtete nach seinem Tod, dass Schweiger über viele Jahre eine verbindende Rolle zwischen rechtsextremen und neonazistischen Kreisen in Österreich und Deutschland gespielt habe.

Seine Biografie wird deshalb vor allem im Zusammenhang mit der Entwicklung des österreichischen Rechtsextremismus nach 1945 behandelt.

Herbert Schweigers Tod und historische Einordnung

Herbert Schweiger starb am 5. Juli 2011 in Neuberg an der Mürz. Er wurde 87 Jahre alt.

Seine historische Bedeutung liegt vor allem darin, dass seine politische Tätigkeit mehrere Jahrzehnte umfasste: von seiner Mitgliedschaft in nationalsozialistischen Organisationen während seiner Jugend und der Zeit des Zweiten Weltkriegs bis zu seinen späteren Aktivitäten in rechtsextremen Netzwerken.

Bei Recherchen sollte außerdem beachtet werden, dass es weitere Personen mit dem Namen Herbert Schweiger gibt. Angaben zur hier beschriebenen Person sollten deshalb mit Geburtsjahr, Tätigkeit oder historischem Zusammenhang geprüft werden.

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Häufig gestellte Fragen zu Herbert Schweiger

Wer war Herbert Schweiger?

Herbert Schweiger war ein österreichischer politischer Aktivist und Publizist. Er war während des Zweiten Weltkriegs Mitglied der Waffen-SS und später über Jahrzehnte in rechtsextremen Kreisen aktiv.

Wann wurde Herbert Schweiger geboren?

Herbert Schweiger wurde am 22. Februar 1924 in Spital am Semmering in der Steiermark geboren.

War Herbert Schweiger Mitglied der Waffen-SS?

Ja. Nach Angaben des DÖW meldete er sich 1941 freiwillig zur Waffen-SS und diente in der „Leibstandarte SS Adolf Hitler“.

Warum wurde Herbert Schweiger verurteilt?

Er wurde mehrfach wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung nach dem österreichischen Verbotsgesetz verurteilt. Sein letztes rechtskräftiges Urteil erging 2010.

Wann starb Herbert Schweiger?

Herbert Schweiger starb am 5. Juli 2011. Er wurde 87 Jahre alt.

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