Alexandra Föderl-Schmid gehört zu den bekanntesten österreichischen Journalistinnen. Sie leitete viele Jahre die Tageszeitung Der Standard und übernahm später wichtige Aufgaben bei der Süddeutschen Zeitung. Ihre Laufbahn umfasst Politik-, Wirtschafts- und Auslandsjournalismus sowie mehrere redaktionelle Führungspositionen.
Besonders viel öffentliche Aufmerksamkeit erhielt Alexandra Föderl-Schmid Anfang 2024. Damals wurden Vorwürfe über ihren Umgang mit Quellen erhoben. Unabhängige Prüfungen kamen später zu einem differenzierten Ergebnis: Es wurden Fehler bei der Kennzeichnung einzelner Quellen festgestellt, aber kein systematisches Plagiieren.
Wer ist Alexandra Föderl-Schmid?
Alexandra Föderl-Schmid wurde am 30. Januar 1971 in Haslach an der Mühl in Oberösterreich geboren. Sie wuchs im Mühlviertel auf und sammelte bereits während ihrer Schulzeit erste Erfahrungen im Journalismus.
An der Universität Salzburg studierte sie Publizistik, Politikwissenschaft und Geschichte. Ihre Diplomarbeit beschäftigte sich mit Frauen im Journalismus. Im Jahr 1996 schloss sie ihre Promotion mit einer Arbeit über das duale Rundfunksystem in Deutschland ab.
Über ihr Privatleben sind nur wenige verlässliche Informationen öffentlich bekannt. Persönliche Beziehungen und familiäre Einzelheiten sollten deshalb nicht ohne bestätigte Quellen dargestellt werden.
Der Beginn ihrer journalistischen Karriere
Föderl-Schmid begann ihre langjährige Tätigkeit für die österreichische Tageszeitung Der Standard bereits in jungen Jahren. Sie arbeitete zunächst in verschiedenen journalistischen Bereichen und berichtete später als Korrespondentin aus Berlin und Brüssel.
Nach ihrer Rückkehr nach Wien übernahm sie die Leitung des Wirtschaftsressorts. Damit war sie für Themen wie Unternehmen, Märkte, europäische Wirtschaftspolitik und gesellschaftliche Entwicklungen zuständig.
Ihre Erfahrungen als Korrespondentin und Ressortleiterin bereiteten sie auf spätere Führungsaufgaben vor. Neben dem Schreiben von Artikeln beschäftigte sie sich zunehmend mit redaktioneller Planung und der Entwicklung journalistischer Angebote.
Alexandra Föderl-Schmid beim Standard
Im Juli 2007 wurde Alexandra Föderl-Schmid Chefredakteurin von Der Standard. Nach Angaben der Zeitung war sie damit die erste Frau an der Spitze einer österreichischen Tageszeitung. Ab 2012 war sie außerdem Co-Herausgeberin.
Während ihrer Amtszeit wurden die zuvor getrennten Redaktionen der gedruckten Zeitung und des Nachrichtenportals zusammengeführt. Föderl-Schmid leitete damit eine Redaktion, die sowohl für Print- als auch für Onlineinhalte verantwortlich war.
| Station | Zeitraum | Aufgabe |
|---|---|---|
| Der Standard | ab 1990 | Journalistin und Korrespondentin |
| Der Standard | 2007–2017 | Chefredakteurin |
| Der Standard | 2012–2017 | Co-Herausgeberin |
| Süddeutsche Zeitung | 2017–2020 | Israel-Korrespondentin |
| Süddeutsche Zeitung | 2020–2024 | Stellvertretende Chefredakteurin |
| Süddeutsche Zeitung | ab 2024 | Nachrichtenchefin |
| Süddeutsche Zeitung | seit 2026 | Korrespondentin in Paris |
Nach insgesamt 27 Jahren verließ sie Der Standard Ende August 2017. Ihre zehnjährige Zeit als Chefredakteurin machte sie zu einer wichtigen Persönlichkeit im österreichischen Medienbereich.
Wechsel zur Süddeutschen Zeitung
Im November 2017 wechselte Alexandra Föderl-Schmid zur Süddeutschen Zeitung. Zunächst berichtete sie als Korrespondentin aus Israel und den palästinensischen Gebieten.
Ihre Arbeit behandelte politische Konflikte, gesellschaftliche Veränderungen und das Leben der Menschen in der Region. Im Juli 2020 kehrte sie nach Deutschland zurück und wurde stellvertretende Chefredakteurin der Zeitung.
In dieser Position war sie unter anderem für den Newsdesk zuständig. Der Newsdesk koordiniert aktuelle Nachrichten, plant Themen und stimmt die Arbeit verschiedener Redaktionsbereiche miteinander ab.
Nach einer vorübergehenden Auszeit kehrte sie im September 2024 als Nachrichtenchefin in die Redaktion zurück. Seit Februar 2026 berichtet sie laut ihrer offiziellen Autorenseite aus Frankreich. Medienberichte beschreiben ihre neue Aufgabe als Wirtschaftskorrespondentin in Paris.
Vorwürfe und Untersuchung ihrer Artikel
Ende 2023 wurden Vorwürfe bekannt, Alexandra Föderl-Schmid habe in einigen journalistischen Texten Quellen nicht ausreichend gekennzeichnet. Die Süddeutsche Zeitung setzte daraufhin im Februar 2024 eine unabhängige Kommission ein.
Das dreiköpfige Gremium untersuchte mehr als 1.000 Artikel. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob Textteile aus Nachrichtenagenturen, anderen Medien oder öffentlich zugänglichen Materialien ohne ausreichende Hinweise übernommen worden waren.
Die Kommission fand Fälle, in denen Quellen nicht transparent ausgewiesen wurden. Sie stellte jedoch kein systematisches oder methodisches Plagiieren fest. Der Fall sei insgesamt weit von einem umfassenden Plagiatsskandal entfernt. Gleichzeitig erklärte die Zeitung, dass einzelne Übernahmen nicht ihren journalistischen Standards entsprochen hätten.
Die Untersuchung zeigt, wie wichtig klare Quellenangaben im Journalismus sind. Auch allgemein bekannte Fakten können aus Agenturmeldungen oder anderen Veröffentlichungen stammen. Leser sollten nachvollziehen können, worauf ein Artikel beruht.
Prüfung der Dissertation
Neben den journalistischen Texten wurde auch die Dissertation von Alexandra Föderl-Schmid überprüft. Sie selbst bat die Universität Salzburg um eine Untersuchung ihrer Doktorarbeit aus dem Jahr 1996.
Die zuständige Kommission der Universität Salzburg stellte kein relevantes wissenschaftliches Fehlverhalten fest. Das Verfahren wurde deshalb eingestellt. Ihr Doktortitel wurde nicht aberkannt.
Dieses Ergebnis muss von der Prüfung ihrer journalistischen Artikel getrennt betrachtet werden. Für wissenschaftliche Arbeiten und Zeitungsartikel gelten unterschiedliche Regeln und Prüfverfahren.
Bedeutung und Auszeichnungen
Alexandra Föderl-Schmid erhielt im Laufe ihrer Karriere mehrere journalistische Auszeichnungen. Dazu gehören unter anderem der Kurt-Vorhofer-Preis für Politikjournalismus, der Österreichische Verfassungspreis, der Ari-Rath-Preis und die Goldene Medienlöwin.
Ihre Laufbahn ist auch wegen ihrer Führungsrollen bedeutend. Als erste Chefredakteurin einer österreichischen Tageszeitung übernahm sie eine Position, die zuvor fast ausschließlich von Männern besetzt worden war.
Gleichzeitig bleibt die öffentliche Diskussion über ihre Quellenarbeit ein Teil ihrer beruflichen Geschichte. Die Ergebnisse der Prüfungen zeigen, dass eine sachliche Einordnung notwendig ist: Es gab bestätigte Mängel bei einzelnen Quellenangaben, aber keinen Nachweis für systematisches Plagiieren.
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Häufig gestellte Fragen zu Alexandra Föderl-Schmid
Wie alt ist Alexandra Föderl-Schmid?
Alexandra Föderl-Schmid wurde am 30. Januar 1971 geboren. Im August 2026 ist sie 55 Jahre alt.
Wo arbeitet Alexandra Föderl-Schmid heute?
Sie arbeitet weiterhin für die Süddeutsche Zeitung. Seit 2026 berichtet sie aus Frankreich und ist als Wirtschaftskorrespondentin in Paris tätig.
War Alexandra Föderl-Schmid Chefredakteurin?
Ja. Von 2007 bis 2017 war sie Chefredakteurin der österreichischen Tageszeitung Der Standard. Ab 2012 war sie zusätzlich Co-Herausgeberin.
Hat Alexandra Föderl-Schmid ihren Doktortitel verloren?
Nein. Die Universität Salzburg stellte bei der Prüfung ihrer Dissertation kein relevantes wissenschaftliches Fehlverhalten fest. Das Verfahren wurde eingestellt.
Was ergab die Untersuchung ihrer Zeitungsartikel?
Die externe Kommission fand einzelne Verstöße gegen Regeln zur transparenten Quellenangabe. Sie stellte jedoch kein systematisches Plagiieren und keinen umfassenden Plagiatsskandal fest.