Erika Freeman wurde 1927 in Wien geboren und musste ihre Heimatstadt als Zwölfjährige verlassen, um vor den Nationalsozialisten zu fliehen. In New York wurde sie eine der bekanntesten Psychoanalytikerinnen der USA – und kehrte im hohen Alter nach Wien zurück, in das Hotel Imperial, das einst Adolf Hitler als Residenz diente. Diese Rückkehr nennt sie selbst ihre „Rache an Hitler“.
Erika Freeman Biografie und Hintergrund
Erika Freeman wurde am 1. Juli 1927 in Wien als Erika Polesiuk geboren. Sie wuchs in einer jüdischen Familie auf: Ihr Vater war Arzt, ihre Mutter Lehrerin. Als die Nationalsozialisten 1938 in Österreich die Macht übernahmen, wurde das Leben der Familie lebensgefährlich. Im Jahr 1939 floh die damals Zwölfjährige allein in die USA – ohne ihre Eltern.
Ihre Mutter überlebte die Verfolgung zunächst im Verborgenen, starb aber am 12. März 1945 bei einem Bombenangriff. Ihr Vater überlebte das Konzentrationslager Theresienstadt und gelangte nach Schweden. Erst 1946 erfuhr er, dass seine Tochter überlebt hatte.
Erika Freeman Karriere als Psychoanalytikerin
In New York studierte Erika Freeman an der Columbia University und wurde Schülerin des aus Wien geflohenen Psychoanalytikers Theodor Reik. Sie promovierte mit einer Arbeit über die Stellung der Familie im Kibbuz und baute sich in New York eine angesehene Praxis auf.
Ab den 1970er-Jahren wurde sie auch einem breiten Publikum bekannt: Als Fernsehkommentatorin und Expertin für Psychoanalyse war sie regelmäßiger Gast in US-Talkshows. Berichten zufolge zählten prominente Persönlichkeiten wie Marilyn Monroe, Marlon Brando und die israelische Ministerpräsidentin Golda Meir zu ihren Gesprächspartnern. Im Jahr 1954 heiratete sie den Maler und Grafiker Paul Freeman, der 1980 starb.
Erika Freeman heute: Rückkehr nach Wien und Zeitzeugin
Im hohen Alter näherte sich Erika Freeman ihrer alten Heimat wieder an. Sie kehrte nach Wien zurück und lebt im Hotel Imperial – ein Haus, in dem einst Hitler residierte, als er in Wien war. Genau darin sieht sie eine persönliche Genugtuung: Sie, die als jüdisches Kind fliehen musste, lebt heute an einem Ort, der für das NS-Regime stand.
Als Zeitzeugin spricht Freeman vor Schulklassen über den Holocaust und Antisemitismus und wirkt beim „Fest der Freude“ mit, der jährlichen Feier am 8. Mai auf dem Wiener Heldenplatz. Im Jahr 2022 nahm sie die österreichische Staatsbürgerschaft an, nachdem eine Gesetzesänderung Nachkommen und Opfer der NS-Verfolgung die Staatsbürgerschaft erleichtert hatte.
Kurze Fakten über Erika Freeman
| Name | Erika Freeman (geborene Polesiuk) |
|---|---|
| Geboren | 1. Juli 1927 in Wien |
| Alter 2026 | 99 Jahre |
| Beruf | Psychoanalytikerin und Psychotherapeutin |
| Bekannt durch | Flucht 1939, TV-Expertin, Zeitzeugin |
| Ehemann | Paul Freeman (1954–1980) |
| Lebt heute | Wien, Hotel Imperial |
Häufige Fragen über Erika Freeman
Wer ist Erika Freeman?
Erika Freeman ist eine österreichisch-amerikanische Psychoanalytikerin, die 1927 in Wien geboren wurde, 1939 vor den Nazis floh und in New York eine bekannte Therapeutin und Fernsehpersönlichkeit wurde.
Wie alt ist Erika Freeman?
Erika Freeman wurde am 1. Juli 1927 geboren und ist im Jahr 2026 99 Jahre alt.
Warum musste Erika Freeman fliehen?
Als Jüdin war sie nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 durch die Nationalsozialisten in Lebensgefahr. Mit zwölf Jahren floh sie 1939 allein in die USA.
Lebt Erika Freeman heute in Wien?
Ja. Im hohen Alter kehrte sie nach Wien zurück und lebt im Hotel Imperial. 2022 nahm sie die österreichische Staatsbürgerschaft an.
War Erika Freeman die Therapeutin von Marilyn Monroe?
Berichten zufolge zählten Marilyn Monroe, Marlon Brando und Golda Meir zu ihren prominenten Gesprächspartnern. Freeman selbst spricht in Interviews offen über ihre Begegnungen mit berühmten Persönlichkeiten.
Fazit zu Erika Freeman
Erika Freeman steht für ein Jahrhundert europäischer Geschichte: geboren im Wien der 1920er-Jahre, vertrieben durch den Nationalsozialismus, erfolgreich in New York und schließlich als Zeitzeugin in ihre Geburtsstadt zurückgekehrt. Ihre Lebensgeschichte verbindet Psychoanalyse, Prominenz und Erinnerungskultur – und macht sie zu einer der bemerkenswertesten österreichischen Persönlichkeiten ihrer Generation. Mehr über ihr Leben berichtet unter anderem das Goethe-Institut in einem Porträt über ihre Wiener Jahre.