Max Schrems: Datenschutz, Facebook und seine wichtigsten Fälle

Detlev Morgenroth By Detlev Morgenroth
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Max Schrems ist ein österreichischer Jurist, Datenschutzaktivist und Autor. International bekannt wurde er durch Verfahren gegen Facebook beziehungsweise Meta und durch seine Kritik an der Übertragung personenbezogener Daten aus der Europäischen Union in die USA.

Besonders wichtig sind die Verfahren, die heute als Schrems I und Schrems II bezeichnet werden. Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs in diesen Fällen hatten große Auswirkungen auf den internationalen Datenschutz und auf Unternehmen, die Daten außerhalb der EU verarbeiten.

InformationDetails
NameMaximilian Schrems
Bekannt alsMax Schrems
NationalitätÖsterreichisch
BerufJurist, Datenschutzaktivist und Autor
AusbildungStudium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien
Organisationnoyb – European Center for Digital Rights
Bekannt fürSchrems I, Schrems II und Verfahren gegen Meta/Facebook

Wer ist Max Schrems?

Maximilian Schrems ist ein österreichischer Jurist, der sich seit vielen Jahren mit Datenschutz und digitalen Grundrechten beschäftigt. Nach Angaben von noyb hat er einen Abschluss in Rechtswissenschaften von der Universität Wien und führt seit 2011 Verfahren im Bereich Datenschutz und Privatsphäre.

Seine Arbeit konzentriert sich besonders darauf, wie große Technologieunternehmen persönliche Daten nutzen. Dabei geht es nicht nur um Facebook oder Meta, sondern allgemein um die Frage, ob Unternehmen europäische Datenschutzregeln tatsächlich einhalten.

Heute gehört Schrems zu den bekanntesten europäischen Datenschutzaktivisten. Bei noyb wird er aktuell als Honorary Chairman geführt. Die Organisation nennt ihn außerdem in ihren offiziellen Unterlagen als eine zentrale Person ihrer Arbeit.

Wie begann Max Schrems seinen Kampf für Datenschutz?

Max Schrems und Facebook

Große Aufmerksamkeit erhielt Schrems durch seine Auseinandersetzungen mit Facebook. Ausgangspunkt war die Frage, wie Facebook Ireland Daten europäischer Nutzer verarbeitet und in die USA überträgt.

Schrems nutzte dabei die Möglichkeiten des europäischen Datenschutzrechts und brachte Beschwerden vor Datenschutzbehörden und Gerichte. Daraus entwickelte sich eine jahrelange juristische Auseinandersetzung mit weitreichenden Folgen.

Seine Verfahren machten ein grundsätzliches Problem sichtbar: Europäische Unternehmen und Internetdienste müssen die Datenschutzrechte von EU-Bürgern schützen, auch wenn Daten in andere Länder übertragen werden.

Was ist Schrems I und warum war der Fall wichtig?

Mit Schrems I ist das Verfahren verbunden, in dem die Übertragung personenbezogener Daten zwischen der EU und den USA und das damalige Safe-Harbor-System geprüft wurden.

Der Europäische Gerichtshof entschied 2015, dass die entsprechende Safe-Harbor-Entscheidung der Europäischen Kommission ungültig war. Damit fiel eine wichtige rechtliche Grundlage weg, die viele Unternehmen zuvor für transatlantische Datentransfers genutzt hatten.

Das Urteil war bedeutend, weil es deutlich machte, dass Unternehmen Daten nicht allein deshalb problemlos in ein Drittland übertragen können, weil eine politische Vereinbarung besteht.

Entscheidend bleibt, ob personenbezogene Daten dort tatsächlich ausreichend geschützt werden.

Was bedeutet Schrems II für Datenschutz und Unternehmen?

Max Schrems, Privacy Shield und internationale Datenübertragung

Nach Safe Harbor wurde mit dem EU-US Privacy Shield eine neue Grundlage für bestimmte Datenübertragungen zwischen Europa und den USA geschaffen.

Doch auch dieses System wurde später gerichtlich geprüft.

Am 16. Juli 2020 erklärte der Europäische Gerichtshof im Verfahren C-311/18, das allgemein als Schrems II bekannt ist, die Privacy-Shield-Entscheidung für ungültig. Die sogenannten Standardvertragsklauseln blieben grundsätzlich möglich, Unternehmen müssen aber prüfen, ob für die jeweilige Datenübertragung tatsächlich ein angemessenes Schutzniveau besteht.

Das Urteil betrifft deshalb nicht nur soziale Netzwerke. Es ist auch für Unternehmen wichtig, die beispielsweise Cloud-Dienste oder andere Anbieter außerhalb der Europäischen Union nutzen.

Der Europäische Gerichtshof stellt die offiziellen Unterlagen zum Verfahren bereit.

Was ist noyb und welche Rolle spielt Max Schrems?

noyb steht für „None of Your Business“ und bezeichnet das European Center for Digital Rights. Die Organisation mit Sitz in Wien konzentriert sich auf die Durchsetzung europäischer Datenschutzrechte.

Nach eigenen Angaben arbeitet noyb insbesondere mit strategischen Beschwerden und Gerichtsverfahren. Ziel ist es, Datenschutzrechte nicht nur theoretisch bestehen zu lassen, sondern ihre praktische Durchsetzung gegenüber Unternehmen zu fördern.

Max Schrems spielte bei der Entstehung der Organisation eine zentrale Rolle. noyb beschreibt die Organisation selbst als eine Idee von Schrems, die aus seinen Erfahrungen mit früheren Datenschutzverfahren entstand.

Die Arbeit betrifft unter anderem:

  • Datenschutz nach der DSGVO
  • Tracking und Online-Werbung
  • internationale Datenübertragungen
  • Rechte von Nutzern gegenüber Plattformen
  • strategische Verfahren gegen Unternehmen

Welche Rolle spielt Max Schrems bei der DSGVO?

Die Datenschutz-Grundverordnung, kurz DSGVO, gilt seit Mai 2018. Sie gibt Menschen in der EU umfangreiche Rechte bei der Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten.

Schrems und noyb konzentrieren sich besonders auf die praktische Durchsetzung dieser Rechte. Dabei geht es beispielsweise darum, ob eine gültige Einwilligung vorliegt, Daten nur für zulässige Zwecke genutzt werden und Unternehmen die Grundsätze der Datenminimierung beachten.

Auch nach Schrems II beschäftigten weitere Verfahren die europäischen Gerichte. Im Oktober 2024 entschied der Europäische Gerichtshof beispielsweise in einem Verfahren zwischen Schrems und Meta Platforms Ireland über die Nutzung personenbezogener Daten für personalisierte Werbung. Der Gerichtshof betonte dabei unter anderem die Bedeutung von Zweckbindung und Datenminimierung.

Warum ist Max Schrems heute noch wichtig?

Max Schrems ist vor allem deshalb relevant, weil seine Verfahren gezeigt haben, dass einzelne Beschwerden weitreichende Folgen für den europäischen Datenschutz haben können.

Schrems I und Schrems II beeinflussten die rechtlichen Grundlagen für Datentransfers zwischen Europa und den USA. Gleichzeitig arbeitet noyb weiterhin an Verfahren zu Online-Werbung, Tracking, Nutzerrechten und der Durchsetzung der DSGVO.

Für normale Internetnutzer wirken viele dieser Themen zunächst technisch. Tatsächlich geht es aber um einfache Fragen: Welche Daten darf ein Unternehmen sammeln? Wie lange dürfen sie gespeichert werden? Für welchen Zweck dürfen sie verwendet werden? Und was passiert, wenn Daten in Länder außerhalb der EU gelangen?

Genau diese Fragen machen die Arbeit von Max Schrems für die heutige digitale Welt weiterhin relevant.

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Häufig gestellte Fragen zu Max Schrems

Wer ist Max Schrems?

Max Schrems ist ein österreichischer Jurist, Autor und Datenschutzaktivist. Bekannt wurde er vor allem durch Datenschutzverfahren gegen Facebook beziehungsweise Meta.

Was bedeutet Schrems II?

Schrems II bezeichnet ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 16. Juli 2020. Dabei wurde das EU-US Privacy Shield für ungültig erklärt.

Was ist noyb?

noyb ist eine in Wien ansässige Datenschutzorganisation. Sie setzt sich mit strategischen Beschwerden und Gerichtsverfahren für die Durchsetzung europäischer Datenschutzrechte ein.

Hat Max Schrems gegen Facebook geklagt?

Ja. Schrems war an mehreren rechtlichen Verfahren rund um Facebook beziehungsweise Meta beteiligt. Einige davon erreichten den Europäischen Gerichtshof und hatten Auswirkungen auf das europäische Datenschutzrecht.

Warum sind die Schrems-Urteile so wichtig?

Die Urteile sind wichtig, weil sie Regeln für den Transfer personenbezogener Daten aus der EU in andere Länder beeinflusst haben. Besonders betroffen waren Datentransfers zwischen der Europäischen Union und den USA.

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