Elfriede Blauensteiner: Leben, Morde und Prozesse

Detlev Morgenroth By Detlev Morgenroth
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Elfriede Blauensteiner gehört zu den bekanntesten verurteilten Serienmörderinnen Österreichs. Die Medien bezeichneten sie als „Schwarze Witwe“. Vor Gericht konnten ihr drei Morde nachgewiesen werden, die sie mit Medikamenten begangen hatte.

Der Fall sorgte in den 1990er-Jahren für großes Aufsehen. Besonders ungewöhnlich waren die verwendeten Medikamente, finanzielle Verbindungen zu den Opfern und die späteren gerichtsmedizinischen Untersuchungen.

InformationDetails
NameElfriede Blauensteiner
Geboren22. Januar 1931
GeburtsortWien
Bekannt als„Schwarze Witwe“
Nachgewiesene Morde3
Festnahme11. Januar 1996
Erste Verurteilung7. März 1997
StrafeLebenslange Freiheitsstrafe
Gestorben16. November 2003
Alter beim Tod72 Jahre

Wer war Elfriede Blauensteiner?

Elfriede Martha Blauensteiner wurde am 22. Januar 1931 in Wien geboren. Österreichweit bekannt wurde sie erst Jahrzehnte später, als Ermittler mehrere verdächtige Todesfälle mit ihr in Verbindung brachten.

Am 11. Januar 1996 wurde Blauensteiner in ihrer Wohnung in Wien-Margareten festgenommen. Ausgangspunkt der Ermittlungen war der Tod von Alois Pichler. Ein Angehöriger war nach dessen Tod misstrauisch geworden und hatte sich an die Behörden gewandt.

Blauensteiner gestand nach ihrer Festnahme mehrere Tötungen, widerrief diese Aussagen jedoch später. Entscheidend ist daher die gerichtliche Bilanz: Drei Morde konnten ihr rechtskräftig nachgewiesen werden.

Warum wurde Elfriede Blauensteiner „Schwarze Witwe“ genannt?

Der Ausdruck „Schwarze Witwe“ wurde von den Medien verwendet. Er bezog sich auf Blauensteiners Beziehungen zu älteren Männern und darauf, dass sie nach Todesfällen finanziell von Vermögensübertragungen oder Testamenten profitierte.

Nach Angaben des ORF gab es im Zusammenhang mit mehreren Opfern Besitz, Grundstücke oder andere Vermögenswerte, die Blauensteiner vor deren Tod überschrieben oder vermacht worden waren.

Wie kamen die Ermittler auf Elfriede Blauensteiner?

Eine entscheidende Rolle spielte Alois Pichler. Blauensteiner hatte ihn über ein Inserat kennengelernt.

Nachdem sich sein Gesundheitszustand stark verschlechtert hatte und er 1995 starb, schöpfte ein Angehöriger Verdacht. Die Anzeige führte zu umfangreicheren Ermittlungen und schließlich zur Festnahme Blauensteiners.

Welche Opfer von Elfriede Blauensteiner wurden nachgewiesen?

Gerichtlich nachgewiesen wurden drei Mordfälle. Dabei handelte es sich um:

  • Alois Pichler
  • Franziska Köberl
  • Friedrich Döcker

Alois Pichler starb 1995. Franziska Köberl war eine Nachbarin Blauensteiners und starb 1992. Friedrich Döcker gehörte ebenfalls zu den Personen, deren Tod später gerichtlich untersucht wurde.

Wie viele Menschen tötete Elfriede Blauensteiner?

Sicher beantwortet werden kann diese Frage nur anhand der Urteile: Elfriede Blauensteiner wurde wegen drei Morden verurteilt.

Nach ihrer Festnahme gab sie zunächst weitere Tötungen zu. Diese Aussagen widerrief sie jedoch. Für andere verdächtige Todesfälle konnten nicht genügend gerichtsfeste Beweise gefunden werden.

Deshalb sollte nicht behauptet werden, dass jede zeitweise untersuchte oder von ihr zunächst gestandene Tat tatsächlich bewiesen wurde.

Wie tötete Elfriede Blauensteiner ihre Opfer?

Nach den rechtskräftigen Urteilen setzte Blauensteiner Medikamente ein. Eine besondere Bedeutung hatten das blutzuckersenkende Medikament Euglucon und das Antidepressivum Anafranil.

Die Vergiftungen waren für Ärzte zunächst schwer zu erkennen. Das machte die spätere gerichtsmedizinische Untersuchung besonders wichtig.

Bei exhumierten sterblichen Überresten konnten Medikamentenspuren festgestellt werden. Diese Befunde lieferten wichtige medizinische Beweise für die Strafverfahren.

Welche Rolle spielte die Gerichtsmedizin?

Der Wiener Gerichtsmediziner Christian Reiter war wesentlich an der Aufklärung beteiligt. Untersuchungen und Gutachten halfen dabei, Zusammenhänge zwischen den Todesfällen und den verabreichten Medikamenten nachzuweisen.

Der ORF berichtete später, dass in drei Todesfällen medizinische Sachbeweise vorhanden waren.

Der Fall zeigt damit auch, wie wichtig toxikologische Untersuchungen bei Todesfällen sein können, deren Ursache zunächst nicht eindeutig erscheint.

Elfriede Blauensteiner vor Gericht

Der erste große Prozess gegen Elfriede Blauensteiner fand in Krems statt. Am 7. März 1997 wurde sie wegen des Mordes an Alois Pichler schuldig gesprochen und zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt.

Die Entscheidung wurde später bestätigt und damit rechtskräftig.

Im Jahr 2001 folgte in Wien ein weiterer Prozess. Am 20. April wurde Blauensteiner wegen zwei weiterer Morde schuldig gesprochen. Damit war sie rechtskräftig als Dreifachmörderin verurteilt.

Wie verhielt sich Blauensteiner vor Gericht?

Ihre Auftritte vor Gericht erhielten viel Aufmerksamkeit. Sie bestritt ihre Schuld öffentlich und widerrief frühere Geständnisse.

Gerade dieser Gegensatz zwischen ihren Aussagen und den medizinischen sowie kriminalistischen Beweisen machte den Prozess für die Öffentlichkeit besonders auffällig.

Für die rechtliche Einordnung sind jedoch nicht ihre öffentlichen Äußerungen, sondern die rechtskräftigen Gerichtsurteile entscheidend.

Welches Motiv hatte Elfriede Blauensteiner?

Die Gerichtsverfahren stellten einen deutlichen finanziellen Zusammenhang her. Blauensteiner erhielt von späteren Opfern Vermögen, Grundstücke oder andere Werte.

In mehreren Fällen waren Besitzübertragungen oder testamentarische Regelungen deshalb wichtige Bestandteile der Ermittlungen. Finanzielle Bereicherung gilt als zentraler Hintergrund der nachgewiesenen Taten.

Blauensteiner wurde außerdem häufig mit Glücksspiel und Casino-Besuchen in Verbindung gebracht. Bei möglichen psychischen Diagnosen oder Motiven, die über die Gerichtsfeststellungen hinausgehen, ist dagegen Vorsicht angebracht. Nicht öffentlich bestätigte psychologische Erklärungen sollten nicht als Tatsache dargestellt werden.

Tod und Nachwirkung von Elfriede Blauensteiner

Nach ihrer Verurteilung verbüßte Elfriede Blauensteiner ihre lebenslange Freiheitsstrafe in der Justizanstalt Schwarzau.

Sie starb am 16. November 2003 im Alter von 72 Jahren. Laut ORF waren die Folgen eines Gehirntumors die Todesursache.

Der Fall Elfriede Blauensteiner blieb auch danach Teil der österreichischen Kriminalgeschichte. Fernsehsendungen und Dokumentationen griffen die Ermittlungen und Prozesse später erneut auf.

Besonders die ungewöhnliche Art der Vergiftungen, die finanziellen Verbindungen zu den Opfern und die Bedeutung der Gerichtsmedizin machten den Fall bekannt.

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Häufig gestellte Fragen zu Elfriede Blauensteiner

Wer war Elfriede Blauensteiner?

Elfriede Blauensteiner war eine österreichische Serienmörderin. Sie wurde rechtskräftig wegen drei Morden verurteilt und erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Wie viele Menschen hat Elfriede Blauensteiner getötet?

Gerichtlich nachgewiesen wurden drei Morde. Weitere Todesfälle wurden untersucht oder zeitweise von ihr gestanden, konnten ihr jedoch nicht entsprechend nachgewiesen werden.

Warum hieß Elfriede Blauensteiner „Schwarze Witwe“?

Der Spitzname stammte aus den Medien. Er bezog sich vor allem auf ihre Beziehungen zu älteren Männern, deren Tod und die finanziellen Vorteile, die sie anschließend erhielt.

Wie wurden die Morde von Elfriede Blauensteiner entdeckt?

Nach dem Tod von Alois Pichler wurde ein Angehöriger misstrauisch. Die folgenden Ermittlungen sowie gerichtsmedizinische und toxikologische Untersuchungen führten schließlich zu weiteren Beweisen.

Wann starb Elfriede Blauensteiner?

Elfriede Blauensteiner starb am 16. November 2003 im Alter von 72 Jahren während ihrer Haftzeit. Sie war seit 1997 zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt.

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