Martin Pucher war über Jahrzehnte eine der bekanntesten Persönlichkeiten im Burgenland. Er gründete die Commerzialbank Mattersburg und führte gleichzeitig den Fußballverein SV Mattersburg vom regionalen Fußball bis in die österreichische Bundesliga.
Im Juli 2020 änderte sich dieses Bild grundlegend. Die Commerzialbank wurde nach schweren Unregelmäßigkeiten geschlossen. Es folgten Ermittlungen, Gerichtsverfahren und der wirtschaftliche Zusammenbruch des SV Mattersburg. Auch 2026 ist die juristische Aufarbeitung noch nicht vollständig abgeschlossen.
| Information | Details |
|---|---|
| Name | Martin Pucher |
| Bekannt als | Gründer und Ex-Chef der Commerzialbank Mattersburg |
| Fußball | Langjähriger Präsident des SV Mattersburg |
| SVM-Präsident ab | 1988 |
| Commerzialbank gegründet | 1995 |
| Bank geschlossen | Juli 2020 |
| Ermittelter Gesamtschaden | mindestens rund 600 Mio. Euro |
| Verfahren gegen Pucher | im November 2025 wegen Verhandlungsunfähigkeit abgebrochen |
Wer ist Martin Pucher?
Martin Pucher machte zunächst Karriere im regionalen Bankwesen. Er leitete eine Raiffeisenbank im Raum Schattendorf und trennte sich später vom Raiffeisen-Sektor. 1995 gründete er die Commerzialbank Mattersburg, deren Vorstandsvorsitzender er wurde.
Parallel dazu war Pucher stark im Fußball engagiert. Bereits 1988 übernahm er die Führung des SV Mattersburg. Der Verein entwickelte sich unter seiner Leitung von einem kleinen regionalen Klub zu einem Bundesligisten.
Über Puchers heutiges Privatleben gibt es nur wenige verlässlich bestätigte Informationen. Deshalb sollten Angaben über persönliche oder familiäre Details, die nicht durch seriöse öffentliche Quellen belegt sind, nicht als Fakten dargestellt werden.
Martin Pucher und die Commerzialbank Mattersburg
Die Commerzialbank Mattersburg wurde 1995 gegründet und entwickelte sich zu einer wichtigen Regionalbank im Burgenland. Martin Pucher stand als Gründer und Vorstandschef im Mittelpunkt des Unternehmens.
Spätere Untersuchungen zeichneten jedoch ein völlig anderes Bild der wirtschaftlichen Lage. Ein Sachverständiger kam zu dem Ergebnis, dass die Bank spätestens 1999 zahlungsunfähig gewesen sei. Laut dem Gutachten wurde sie über Jahre unter anderem durch Scheinkredite, nicht reale Geschäfte und erfundene Einlagen künstlich am Leben gehalten.
Am 14. Juli 2020 untersagte die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) der Bank mit sofortiger Wirkung die Fortführung des Geschäftsbetriebs. Für Kunden bedeutete dies unter anderem, dass keine normalen Abhebungen oder Überweisungen mehr möglich waren.
Was geschah beim Commerzialbank-Skandal?
Nach der Schließung kam das Ausmaß der Manipulationen schrittweise ans Licht. Die Ermittler beschäftigten sich unter anderem mit erfundenen Krediten, gefälschten Bankunterlagen, Bargeldentnahmen und nicht vorhandenen Einlagen.
Pucher schilderte bei Einvernahmen selbst, dass wirtschaftlich angeschlagene Kreditnehmer Bargeld erhalten hätten. In mehreren Fällen wurden nach den Ermittlungen Scheinrechnungen verwendet, um Geldflüsse in Unternehmensbüchern darzustellen.
Der gesamte Komplex ist sehr umfangreich. Nach dem Stand von 2026 wird von einem ermittelten Schaden von mindestens rund 600 Millionen Euro ausgegangen. Ein Teil der Verfahren ist abgeschlossen, andere Bereiche werden weiterhin juristisch aufgearbeitet.
Martin Pucher und der SV Mattersburg
Pucher übernahm den SV Mattersburg 1988. Unter seiner Führung gelang dem Verein ein außergewöhnlicher sportlicher Aufstieg. Im Jahr 2000 erreichte der Klub den Profifußball und später die österreichische Bundesliga.
Die Commerzialbank war gleichzeitig ein wichtiger Geldgeber des Vereins. Spätere Ermittlungen und Gutachten zeigten enge finanzielle Verbindungen zwischen Bank, Unternehmen und Fußballklub. Ein Gutachten aus dem Jahr 2024 kam sogar zu dem Ergebnis, dass der SV Mattersburg bereits 2010 zahlungsunfähig gewesen sei.
Nach dem Zusammenbruch der Commerzialbank fehlte dem SVM ein entscheidender Geldgeber. Der Verein gab seine Bundesliga-Lizenz zurück, stellte 2020 den Spielbetrieb ein und beantragte Konkurs. Damit endete auch Puchers mehr als 30 Jahre dauernde Ära beim Klub.
Ermittlungen und Urteile gegen Martin Pucher
Die juristische Aufarbeitung der Causa umfasst zahlreiche Personen und unterschiedliche Vorwürfe. Gegen Martin Pucher standen unter anderem Veruntreuung, Untreue und betrügerische Krida im Raum.
In einem kleineren Teilverfahren wurde Pucher im Januar 2024 in Abwesenheit zu elf Monaten bedingter Haft verurteilt. Dabei ging es um einen Nebenaspekt mit rund 70.000 Euro Schaden. Der Schuldspruch wurde rechtskräftig.
Davon zu unterscheiden ist das wesentlich größere Verfahren mit Vorwürfen in Millionenhöhe. Dieses konnte gegen Pucher nicht regulär durchgeführt werden. Für nicht gerichtlich entschiedene Vorwürfe gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.
Was macht Martin Pucher heute?
Puchers Gesundheitszustand spielte bei den späteren Gerichtsverfahren eine entscheidende Rolle. Nach öffentlich bekannten medizinischen Gutachten ist er nach zwei Schlaganfällen nicht verhandlungsfähig.
Das gegen ihn geführte größere Strafverfahren wurde deshalb im November 2025 abgebrochen. Ein Abbruch bedeutet keinen Freispruch und keine Entscheidung über die offenen Vorwürfe. Sollte sich sein Zustand entsprechend verbessern, könnte das Verfahren grundsätzlich fortgesetzt werden.
Der aktuelle Stand der gesamten Causa wird unter anderem von ORF Burgenland dokumentiert. Im Jahr 2026 waren weiterhin Teile des umfangreichen Commerzialbank-Komplexes offen.
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Häufige Fragen zu Martin Pucher
Wie alt ist Martin Pucher?
ORF bezeichnete Martin Pucher im Jahr 2025 als 69 Jahre alt. Eine genaue aktuelle Altersangabe sollte nur anhand einer zuverlässig bestätigten Geburtsangabe gemacht werden.
Was hat Martin Pucher gemacht?
Martin Pucher gründete 1995 die Commerzialbank Mattersburg und war deren Vorstandschef. Außerdem führte er ab 1988 den SV Mattersburg und begleitete dessen Aufstieg bis in die Bundesliga.
Wie hoch war der Schaden bei der Commerzialbank?
Nach dem Stand der Ermittlungen wird von einem Gesamtschaden von mindestens rund 600 Millionen Euro ausgegangen. Einzelne Verfahren behandeln jeweils nur bestimmte Teile dieses Gesamtkomplexes.
Wurde Martin Pucher verurteilt?
Ja. In einem kleineren Teilverfahren wurde Pucher 2024 rechtskräftig zu elf Monaten bedingter Haft verurteilt. Das deutlich größere Verfahren gegen ihn wurde 2025 aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen.
Was ist aus Martin Pucher geworden?
Martin Pucher ist öffentlich vor allem noch im Zusammenhang mit der juristischen Aufarbeitung der Commerzialbank bekannt. Wegen seiner gesundheitlichen Situation gilt er als nicht verhandlungsfähig; über sein heutiges Privatleben liegen nur wenige verlässliche öffentliche Informationen vor.