Christian Klar: RAF, Haft und Leben danach

Detlev Morgenroth By Detlev Morgenroth
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Christian Klar gehört zu den bekanntesten ehemaligen Mitgliedern der Roten Armee Fraktion (RAF). Er war Teil der sogenannten zweiten RAF-Generation und wurde wegen seiner Beteiligung an mehreren schweren Straftaten zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt.

Nach mehr als 26 Jahren Haft wurde Klar im Dezember 2008 entlassen. Seine Person ist bis heute eng mit der Geschichte des Linksterrorismus in der Bundesrepublik Deutschland verbunden.

InformationDetails
Vollständiger NameChristian Georg Alfred Klar
Geburtsdatum20. Mai 1952
GeburtsortFreiburg im Breisgau
Bekannt alsEhemaliges RAF-Mitglied
RAF-GenerationZweite Generation
Festnahme16. November 1982
StrafeLebenslange Freiheitsstrafe
Haftentlassung19. Dezember 2008

Wer ist Christian Klar?

Christian Georg Alfred Klar wurde am 20. Mai 1952 in Freiburg im Breisgau geboren. Bekannt wurde er vor allem durch seine Mitgliedschaft in der Roten Armee Fraktion.

Die RAF war eine linksextremistische terroristische Organisation, die über mehrere Jahrzehnte Anschläge, Entführungen und weitere schwere Straftaten verübte. Die Bundeszentrale für politische Bildung ordnet Christian Klar gemeinsam mit Brigitte Mohnhaupt als eine der wichtigen Personen der zweiten RAF-Generation ein.

Klar wurde besonders mit den Aktivitäten der Organisation in der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre und zu Beginn der 1980er-Jahre verbunden.

Christian Klar: Jugend und Weg zur RAF

Christian Klar wuchs in Baden-Württemberg auf. Nach seiner Schulzeit begann er ein Studium und bewegte sich in den 1970er-Jahren zunehmend in politisch linksgerichteten Kreisen.

In dieser Zeit radikalisierten sich Teile der Protestbewegung. Klar schloss sich schließlich der RAF an und ging in den Untergrund. Über den genauen Zeitpunkt seines Beitritts gibt es in historischen Darstellungen teilweise unterschiedliche Angaben. Klar wird jedoch eindeutig der zweiten Generation der Organisation zugerechnet.

Wann kam Christian Klar zur RAF?

Klar bewegte sich Mitte der 1970er-Jahre im Umfeld späterer RAF-Mitglieder. In dieser Zeit entwickelte sich die zweite Generation der Gruppe, die versuchte, inhaftierte Mitglieder der ersten RAF-Generation freizupressen.

Spätestens ab der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre gehörte Klar zu den gesuchten Mitgliedern der Organisation.

Christian Klar und die RAF

Die zweite Generation der RAF war insbesondere für die sogenannte „Offensive 77“ verantwortlich. Das Jahr 1977 wurde später als „Deutscher Herbst“ bekannt.

Zu den zentralen Ereignissen gehörten die Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback, die Ermordung des Bankiers Jürgen Ponto sowie die Entführung und Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer. Die Gerichte sahen Klar als an mehreren Taten beteiligt an.

Welche Rolle spielte Christian Klar in der RAF?

Christian Klar gilt als eine der Schlüsselfiguren der zweiten RAF-Generation. Nach Darstellung der Bundeszentrale für politische Bildung gehörten Klar und Brigitte Mohnhaupt zu den führenden Personen während der „Offensive 77“.

Klar hielt sich während seiner Zeit im Untergrund auch außerhalb der Bundesrepublik auf. Anfang der 1980er-Jahre hielten sich Mitglieder der RAF zeitweise in der DDR auf und erhielten dort militärische Ausbildung.

Festnahme und Prozess gegen Christian Klar

Nach mehreren Jahren Fahndung wurde Christian Klar am 16. November 1982 im Sachsenwald bei Hamburg festgenommen.

Entscheidend für die Ermittler waren geheime Erddepots der RAF. Nach Informationen des NDR halfen unter anderem ein entschlüsselter Lageplan und technische Überwachungsmethoden bei der Entdeckung des Verstecks.

Wie wurde Christian Klar gefasst?

Die Polizei überwachte ein RAF-Depot mit dem Tarnnamen „Daphne“ im Sachsenwald. Als Klar am 16. November 1982 dort erschien, griffen die Einsatzkräfte zu.

Seine Festnahme galt als großer Erfolg für die Ermittlungsbehörden. Zu diesem Zeitpunkt gehörte Klar zu den wichtigsten noch gesuchten Mitgliedern der zweiten RAF-Generation.

Im April 1985 verurteilte das Oberlandesgericht Stuttgart Klar unter anderem wegen mehrfachen Mordes und Mordversuchs. Nach späteren rechtlichen Änderungen wurde daraus eine lebenslange Gesamtfreiheitsstrafe. Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest.

Christian Klar im Gefängnis und die Begnadigungsdebatte

Christian Klar befand sich seit seiner Festnahme im November 1982 in Haft. 1998 wurde für ihn eine Mindestverbüßungsdauer von 26 Jahren festgelegt.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt später sein Gnadengesuch an Bundespräsident Horst Köhler.

Warum wurde Christian Klar nicht begnadigt?

Im Mai 2007 lehnte Bundespräsident Horst Köhler das Gnadengesuch ab. Die Entscheidung führte zu einer großen öffentlichen Diskussion über den Umgang mit ehemaligen RAF-Mitgliedern.

Dabei wurden zwei unterschiedliche Fragen häufig vermischt: Eine Begnadigung ist eine individuelle Entscheidung des Bundespräsidenten. Eine reguläre Haftentlassung richtet sich dagegen nach den gesetzlichen Voraussetzungen und wird von Gerichten entschieden.

Die Ablehnung der Begnadigung bedeutete deshalb nicht automatisch, dass Klar dauerhaft im Gefängnis bleiben musste.

Christian Klar: Entlassung und Leben nach der Haft

Nach Verbüßung der festgelegten Mindesthaftzeit entschied das zuständige Gericht, den Rest seiner lebenslangen Freiheitsstrafe zur Bewährung auszusetzen.

Am 19. Dezember 2008 wurde Christian Klar nach mehr als 26 Jahren Haft entlassen.

Was macht Christian Klar heute?

Über das heutige Privatleben von Christian Klar sind nur wenige zuverlässig bestätigte Informationen öffentlich bekannt.

Zeitweise arbeitete er nach seiner Entlassung unter anderem für den damaligen Bundestagsabgeordneten Diether Dehm. Im Jahr 2016 wurde öffentlich darüber diskutiert, dass Klar keinen Hausausweis für den Bundestag erhielt. Die Bundestagsverwaltung verwies damals auf Sicherheitsbedenken.

Aktuelle Angaben zu seinem genauen Wohnort, seinem Familienleben oder einer heutigen beruflichen Tätigkeit sind nicht ausreichend öffentlich bestätigt und sollten deshalb nicht als gesicherte Fakten dargestellt werden.

Christian Klar und seine Bedeutung für die deutsche Geschichte

Die Geschichte von Christian Klar ist eng mit einem der gewaltsamsten Kapitel der westdeutschen Nachkriegsgeschichte verbunden.

Die RAF stellte den Staat in den 1970er- und 1980er-Jahren vor große sicherheitspolitische Herausforderungen. Besonders der Deutsche Herbst 1977 beeinflusste politische Debatten über Terrorismus, innere Sicherheit und den Rechtsstaat langfristig.

Bei der historischen Einordnung von Christian Klar ist wichtig, zwischen belegten Tatsachen, Gerichtsurteilen und späteren politischen Bewertungen zu unterscheiden. Seine Haftentlassung löschte die Verurteilungen nicht aus, sondern erfolgte nach den Regeln des deutschen Strafrechts.

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Häufige Fragen zu Christian Klar

Wie alt ist Christian Klar?

Christian Klar wurde am 20. Mai 1952 geboren. Im August 2026 ist er 74 Jahre alt.

Wann wurde Christian Klar verhaftet?

Christian Klar wurde am 16. November 1982 an einem RAF-Erddepot im Sachsenwald bei Hamburg festgenommen.

Wie lange war Christian Klar im Gefängnis?

Klar war von November 1982 bis Dezember 2008 inhaftiert. Damit verbrachte er etwas mehr als 26 Jahre im Gefängnis.

Wann wurde Christian Klar entlassen?

Christian Klar wurde am 19. Dezember 2008 aus der Haft entlassen, nachdem der verbleibende Teil seiner lebenslangen Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt worden war.

Was ist über Christian Klar heute bekannt?

Über sein heutiges Privatleben gibt es nur wenige öffentlich bestätigte Informationen. Bekannt sind einzelne berufliche Tätigkeiten nach seiner Haft, aktuelle persönliche Details sind jedoch weitgehend nicht öffentlich dokumentiert.

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