Hans Orsolics gehört zu den bekanntesten Boxern Österreichs. Der frühere Profiboxer wurde zweimal Europameister und stand zeitweise an der Spitze der Weltergewicht-Weltrangliste. Später sorgte er mit dem Lied Mei potschertes Leb’n noch einmal für große Aufmerksamkeit.
Seine Geschichte besteht jedoch nicht nur aus sportlichen Erfolgen. Nach dem Ende seiner Karriere geriet Orsolics in schwere persönliche und finanzielle Schwierigkeiten. Gerade diese starken Gegensätze machten sein Leben später auch zum Thema von Dokumentationen, Büchern und Theaterstücken.
| Information | Details |
|---|---|
| Name | Johann „Hans“ Orsolics |
| Geboren | 14. Mai 1947 |
| Geburtsort | Neuberg im Burgenland, Österreich |
| Beruf | Ehemaliger Profiboxer |
| Profikarriere | 1965 bis 1974 |
| Profikämpfe | 53 |
| Siege | 42 |
| Niederlagen | 8 |
| Unentschieden | 3 |
| EM-Titel | Halbweltergewicht und Weltergewicht |
| Bekanntes Lied | Mei potschertes Leb’n |
Wer ist Hans Orsolics?
Hans Orsolics wurde am 14. Mai 1947 in Neuberg im Burgenland geboren und wuchs unter einfachen Verhältnissen auf. Bevor er als Sportler bekannt wurde, absolvierte er eine Ausbildung zum Rauchfangkehrer.
Bereits mit zwölf Jahren begann Orsolics zu boxen. Mit 16 wurde er österreichischer Jugendmeister. Sein Talent brachte ihn schnell in den professionellen Boxsport und machte ihn innerhalb weniger Jahre zu einem der populärsten österreichischen Sportler seiner Zeit.
Hans Orsolics und der Beginn seiner Boxkarriere
Wann wurde Hans Orsolics Profiboxer?
Seine Profikarriere begann 1965. Von Anfang an machte Orsolics mit seiner Schlagkraft auf sich aufmerksam. Seine ersten Kämpfe gewann er überwiegend vorzeitig.
Der junge Boxer stieg schnell in den Ranglisten auf. Seine ersten internationalen Gegner zeigten, dass er auch gegen erfahrene Profis bestehen konnte. Bereits 1967 erhielt er seine erste große Chance auf einen Europameistertitel.
Hans Orsolics als Europameister
Der wichtigste frühe Erfolg kam am 6. Juni 1967. In Wien kämpfte Hans Orsolics gegen den Deutschen Conny Rudhof um den Europameistertitel im Halbweltergewicht, das auch als Superleichtgewicht bezeichnet wird.
Orsolics gewann nach Punkten. Mit knapp 20 Jahren war er damals der jüngste europäische Titelträger und holte erstmals seit 17 Jahren wieder einen bedeutenden Box-Europameistertitel nach Österreich.
Er verteidigte seinen Titel zweimal erfolgreich. Am 7. Mai 1968 verlor er ihn schließlich gegen den Italiener Bruno Arcari, der später Weltmeister wurde.
Zweiter Europameistertitel im Weltergewicht
Orsolics wechselte anschließend ins Weltergewicht. Am 25. September 1969 kämpfte er gegen den Franzosen Jean Josselin um den EM-Titel.
Der Österreicher gewann durch K. o. in der vierten Runde und wurde damit zum zweiten Mal Europameister. Es folgten erfolgreiche Titelverteidigungen gegen Klaus Klein und Carmelo Bossi. Nach dem Sieg gegen Bossi wurde Orsolics sogar als Nummer eins der Weltergewicht-Weltrangliste geführt.
Seinen zweiten EM-Titel verlor er am 20. November 1970 gegen den Briten Ralph Charles.
Hans Orsolics: Kämpfe, Siege und Karriereende
Die Bilanz von Hans Orsolics zeigt, warum er einen festen Platz in der österreichischen Boxgeschichte besitzt.
Zwischen 1965 und 1974 absolvierte er 53 Profikämpfe. Davon gewann er 42, während acht Kämpfe verloren gingen und drei unentschieden endeten. Nach Angaben des ORF erzielte er 28 seiner Siege durch K. o.
Zu seinen größten sportlichen Leistungen zählen:
- Europameister im Halbweltergewicht 1967
- Europameister im Weltergewicht 1969
- Mehrere erfolgreiche EM-Titelverteidigungen
- 42 Siege in 53 Profikämpfen
- Zeitweise Platz eins der Weltergewicht-Weltrangliste
Ein Weltmeistertitel blieb ihm allerdings verwehrt. Seine Profikarriere endete 1974.
Was geschah mit Hans Orsolics nach der Boxkarriere?
Nach dem Boxsport verlief das Leben von Hans Orsolics deutlich schwieriger. Der frühere Sportstar hatte finanzielle Probleme und versuchte unter anderem, in der Gastronomie Fuß zu fassen.
Dieser berufliche Versuch scheiterte. In den folgenden Jahren kamen Schulden sowie persönliche Probleme hinzu. Der soziale Absturz des ehemaligen Boxchampions wurde später zu einem wichtigen Teil seiner öffentlich erzählten Lebensgeschichte. Der ORF beschreibt seine Biografie als Geschichte eines sehr frühen Aufstiegs, gefolgt von einem ebenso schnellen Fall.
Unterstützung erhielt Orsolics unter anderem vom langjährigen ORF-Sportjournalisten und Boxexperten Sigi Bergmann. Die beiden verband eine enge Freundschaft. Bergmann beschäftigte sich auch journalistisch mit dem Leben des ehemaligen Boxers.
Hans Orsolics und „Mei potschertes Leb’n“
1986 wurde Hans Orsolics plötzlich auch außerhalb des Boxsports wieder zu einem bekannten Namen. Nach einer Fernsehdokumentation über sein Leben entstand das Lied „Mei potschertes Leb’n“.
Das von Charly Kriechbaum geschriebene Stück erzählte passend zu Orsolics’ öffentlicher Lebensgeschichte von Niederlagen und schwierigen Zeiten. Die Single erreichte 1986 Platz eins der österreichischen Charts.
Damit gelang Hans Orsolics viele Jahre nach seinen größten Boxkämpfen ein ungewöhnliches Comeback als Sänger. Im selben Jahr erschien auch das Album Come Back.
Hans Orsolics in Theater und Kultur
Seine außergewöhnliche Lebensgeschichte wurde später auch künstlerisch verarbeitet. Franzobel schrieb das Stück Der Boxer oder Die zweite Luft des Hans Orsolics.
Das Werk wurde am Wiener Burgtheater beziehungsweise im Kasino am Schwarzenbergplatz aufgeführt. Johannes Krisch spielte darin Orsolics.
Auch in der österreichischen Musik blieb seine Geschichte präsent. Das 2016 veröffentlichte Lied Hansi Da Boxer von Voodoo Jürgens und Nino aus Wien beschäftigt sich mit ihm.
Hans Orsolics und sein Vermächtnis
Hans Orsolics steht bis heute für eine außergewöhnliche österreichische Sportgeschichte. Zweimal Europameister zu werden und zeitweise an der Spitze einer Weltrangliste zu stehen, machte ihn zu einem der erfolgreichsten österreichischen Profiboxer seiner Generation.
Gleichzeitig zeigen seine Jahre nach dem Boxen, wie schwierig der Übergang vom gefeierten Sportstar in ein normales Berufsleben sein kann. Dass seine Geschichte später in Musik, Fernsehen und Theater verarbeitet wurde, zeigt, dass Hans Orsolics weit über den Boxring hinaus Teil der österreichischen Populärkultur geworden ist.
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Häufige Fragen zu Hans Orsolics
Wie alt ist Hans Orsolics?
Hans Orsolics wurde am 14. Mai 1947 geboren. Im Mai 2026 wurde er damit 79 Jahre alt. Sein Geburtsdatum wird unter anderem vom ORF bestätigt.
Wann wurde Hans Orsolics Europameister?
Seinen ersten Europameistertitel gewann Hans Orsolics am 6. Juni 1967 im Halbweltergewicht. 1969 wurde er außerdem Europameister im Weltergewicht.
Wie viele Kämpfe gewann Hans Orsolics?
Hans Orsolics absolvierte 53 Profikämpfe und gewann davon 42. Acht Kämpfe verlor er, drei endeten unentschieden.
War Hans Orsolics Weltmeister?
Nein. Hans Orsolics war zweimal Europameister, gewann jedoch keinen Weltmeistertitel. Zeitweise wurde er als Nummer eins der Weltergewicht-Weltrangliste geführt.
Welches Lied sang Hans Orsolics?
Sein bekanntestes Lied ist „Mei potschertes Leb’n“ aus dem Jahr 1986. Die Single erreichte Platz eins der österreichischen Charts und wurde zu einem wichtigen Teil seines späteren Comebacks.